Die computervermittelte Kommunikation

In meinem letzten Post hatte ich geschrieben, dass ich in diesem Beitrag auf ein paar Begriffsdefinitionen eingehen  werde. Dazu zählen zum einen der Vergleich von direkter – und medienvermittelter Kommunikation zum andern die allgemeine Analyse von Kommunikationsprozessen.

Ich wusste nicht recht wo ich anfangen sollte. Es gibt einfach zu viele Theorien und Definitionen zu diesem Thema,  sodass ich mich regelrecht erschlagen gefühlt habe.
Also habe ich erst einmal angefangen mich in ein sehr interessantes Buch von Frau Nicola Döring (was ich endlich in der Bibliothek gefunden habe) einzulesen.
Alsbald bin ich dort auf die computervermittelte Kommunikation gestoßen.
Nachdem ich mich dann damit etwas beschäftigt habe, stellte ich mir die Frage, wo ich denn zum Thema Kommunikation hier einsteigen soll.
Viele meiner Kommilitonen haben am Anfang des Anfangs begonnen: Was ist Kommunikation?, Was ist die Lasswell-Formel?, etc.
Ich denke mir  aber persönlich, dass das an dieser Stelle nicht wichtig ist.
Da ich ja Facebook und dessen Kommunikationsprozesse untersuchen möchte, befinde ich mich auf jeden Fall im Bereich der computervermittelten Kommunikation. Deswegen werde ich mich hier auch gleich dieser und der Definition von allgemeiner digitaler Kommunikation widmen.
Für alle die sich für den allgemeinen Kommunikationsprozess interessieren, würde ich den Blog meiner Kommilitonin Julia verweisen.

Also ich bin wie gesagt auf das Thema der computervermittelten Kommunikation gestoßen und habe mich aber trotz dessen, dass ich hier die Einführung in die allgemeine Kommunikation überspringe, gefragt, wo sich diese im Kommunikationsprozess eingliedern lässt.
Dazu habe ich folgendes Mindmap erstellt:

Scannen0001

Eigene Darstellung, in Anlehnung an die Vorlesung: Einführung in die Kommunikations- und Medienwissenschaft (Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft) Prof. Dr. Martin Löffelholz & Dr. Liane Rothenberger

Frau Döring beschreibt in ihrem Buch, dass die computervermittelte Kommunikation in asynchrone als auch synchrone computervermittelte Kommunikation eingeteilt werden kann. In meiner Zeichnung habe ich diese beiden Unterteilungen zu der medienvermittelten Kommunikation zugeordnet, da der Computer ja ein Medium ist. Des Weiteren habe ich noch die Wörter digital und analog hinzugefügt, weil es ja nicht nur digitale Medien wie bspw. Handy, Laptop oder Tablet gibt, sondern auch analoge wie Bücher, Zeitschriften oder auch Tagebücher.

In Frau Dörings Buch wird eindeutig darauf hingewiesen, dass es sowohl im synchronen als auch asynchronen Prozess eine Individualkommunikation, Gruppen- und Massenkommunikation gibt. Wo und wann welche zum Tragen kommt, hängt von der Auswahl des Mediums ab.
Das habe ich in folgender Tabelle nachvollzogen, die an die Grafik in Frau Dörings Buch angelehnt ist:

Typ der Kommunikation

Asynchrone Internet-Dienste

Synchrone Internetdienste

Individualkommunikation

E-Mail

Internet-Telefonie, Instant Messaging

Gruppenkommunikation

Mailinglisten

Chats, Online-Games

Massenkommunikation

Websites

Websites

Eigene Darstellung nach Döring, 2003. 

Typen der Kommunikation:

Die Individualkommunikation ist eine one-to-one Kommunikation. Das wäre zum Beispiel, wenn ich mich mit einer Freundin im Facebookchat unterhalte und niemand sonst mitliest oder mitschreibt.
Die Gruppenkommunikation ist eine many-to-many Kommunikation. Dieser Fall tritt ein, wenn ich beispielsweise in Facebook einer Gruppe angehöre und dort einen Beitrag poste und alle darauf antworten können und dann eine Unterhaltung aller Mitglieder untereinander (als Gruppe) entfacht ist.
Die Massenkommunikation ist die sogenannte one-to-many Kommunikation. Auf Facebook übertragen könnte das zum Beispiel ein Statuspost von mir sein, der an eine breite Masse gerichtet ist und die jeder einsehen kann. Es wäre dann aber nur  one-to-many, wenn ich  die Kommentarfunktion ausschalten würde, sodass kein Feedback möglich ist.

Computervermittelte Kommunikation:

Die asynchrone computervermittelte Kommunikation:

  • Textbotschaften werden nicht gleichzeitig vermittelt
  • Kommunikationspartner müssen nicht gleichzeitig anwesend sein
  • Text kann durch nonverbale Codes (z.B. Smileys) ergänzt werden
  • z.B. E-Mail, Blogs, Foren, Websites

Die synchrone computervermittelte Kommunikation:

  • Textbotschaften werden nahezu parallel versendet
  • schnellere Überbringung der Botschafte
  • oftmals nur Textbasiert, aber auch z.B. Internettelefonie möglich
  • man muss zeitgleich online sein
  • Internet-Telefonie, Instant Messaging, Chats, Online-Spiele, Websites
  • Außerdem schreibt Dörig: „Im Unterschied zu den asynchronen Online-Foren, die eher themenzentriert ablaufen, haben die Chats in erster Linie informellen und geselligen Charakter, seltener werden sie in formalen und geschäftlichen Zusammenhängen eingesetzt.“ (Döring, 2003, S. 80)

Um das Ganze auf mein Thema zu beschränken: die Kommunikation auf Facebook ist auf jeden Fall medienvermittelt. Ob sie aber synchron oder asynchron abläuft, hängt ganz davon ab wie und welche Dienste dieser Social Webseite man nutzt.

Und jetzt merke ich gerade wieder, dass es vielleicht angebracht wäre, die direkte Kommunikation mit der medienvermittelten Kommunikation zu vergleichen.
Und natürlich ist die Definition von digitaler Kommunikation noch sehr wichtig.
Denn ist digitale Kommunikation = medienvermittelte Kommunikation? Wohl eher nicht.
Wie ich bereits zum Anfang sage: es gibt einfach zu viel Material zu diesem Thema – und da ich hier jetzt schon  so viel geschrieben habe werde ich euch nicht weiter erschlagen und dies dann in meinem nächsten Beitrag bearbeiten.

Fallen euch denn sonst noch weitere Begriffe  oder Vergleiche ein die ich unbedingt erläutern sollte?
Habt ihr noch Fragen zur computervermittelten Kommunikation oder war alles verständlich?
Quelle: Döring, N. (2003). Sozialpsychologie des Internet.Die Bedeutung des Internetfür Kommunikationsprozesse, Identitäten,soziale Beziehungen und Gruppen. Göttingen: Hogrefe.

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9 Gedanken zu “Die computervermittelte Kommunikation

  1. Hallo Maja,
    ich finde, du hast dich gut durchgeschlagen :)! Mir ging es ähnlich mit den vielen verschiedenen Definitionen.
    Wie du schon festgestellt hast, hängt bei facebook die Kommunikation (synchron – asynchron) von der Art der Tätigkeit ab. In deinem letzten Artikel hast du ja geschrieben, du bist noch nicht ganz sicher, ob du eine Gruppenkommunikation oder eine Selbstdarstellung von Facebookusern analysieren möchtest. Bist du diesbezüglich schon zu einem Entschluss gekommen? Wenn du dir dafür klar geworden bist, wird das mit der Definition sicherlich auch noch einmal einfacher 😉
    Was du bisher herausgefunden hast ist aber auf jedenfall verständlich!

  2. Hey Maja,
    eine schöne Herausarbeitung der Merkmalen computervermittelter Kommunikation!
    Ich denke aber schon, dass gilt: digitale Kommunikation = medienvermittelte Kommunikation. Schließlich sind die digitalen Dienste, die die interpersonale Kommunikation ermöglichen, Mittel zum Zweck, sprich Medien. Der Umkehrschluss gilt aber nicht: Kommunikationsmedien sind nicht automatisch digital.
    Falls dich der Vergleich von face-to-face-Kommunikation und medial vermittelter interessiert, dann hier entlang: http://staendigverfuegbar.wordpress.com/2013/11/11/digitalvspersoenlich/
    Ich habe mal versucht, die beiden Formen tabellarisch einander gegenüber zu stellen. Hier wirst du einige der Begriffe wieder finden, die du gerade erläutert hast, denn ich beziehe mich auch auf Nicola Döring 😉

  3. stellaschmole schreibt:

    Eine sehr gute Zusammenfassung des Begriffs computervermittelte Kommunikation. Ich finde, wie du erwähnt hast, nicht unbedingt notwendig noch die Begriffe direkte und indirekte Kommunikation zu vergleichen, da es vielleicht zu sehr vom Thema abschweifen könnte und doch schon ziemlich deutlich geworden ist, worauf du dich beziehen möchtest. Viel schöner wäre es denke ich, wenn du direkt Facebook noch einmal unter die Lupe nehmen würdest. Somit würde ich mich dem ersten Kommentar anschließen, und sagen, dass du dich im nächsten Post noch weiter im Thema einschränken und dann nach weiteren Begrifflichkeiten suchen solltest 🙂

    • Danke 🙂
      Ich habe mir überlegt, dass ich alles erst einmal erläutern werde und dann in einem Zwischenfazit den Bezug zu Facebook erläutere. Dann wird hoffentlich alles klar und ich kann anschließend zu meinem direkten Beispiel überleiten.

  4. Ich finde es auch sehr schön wie du die Facebook-Kommunikation als computervermittelte Kommunikation erläutert hast. Nun stellt sich mir die Frage auf was für Kommunikationsprozesse gehst du bei Facebook ein? Wie du herausgearbeitet hast, gibt es 3 Typen. Willst du einen dieser Kommunikationsprozesse auch anhand eines bestimmten Beispiels untersuchen?

    • Ja ich werde auf jedenfall ein spezielles Beispiel nehmen. Bis vor Kurzem war ich mir noch nicht schlüssig zwischen der eigenen Selbstpräsentation oder der Funktion sich in Gruppen zusammenzuschließen.
      Ich habe mich jetzt auf letzteres geeinigt und werde dementsprechend noch einmal genuer auf die Gruppenkommunikation auf Facebook eingehen. Dazu wähle ich dann auch nocheinmal ein direktes Beispiel.

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